Workshop, Teil 4 - Frankfurter Messeturm mit SweetHome 3D

Die Foyerkonstruktion benötigt weitere Aufmerksamkeit. Da sämtliche Maße mangels "lebendem Objekt" aus Bildern und schriftlichen Informationen abgeleitet werden, ist wiederum etwas Kreativität gefragt.

Da die Fugen augenscheinlich etwas Breiter ausfallen, bin ich in diesem Bereich von 5 cm ausgegangen - die Banderolenbreite von 24 cm und die Modulhöhe von 80 cm behalte ich jedoch bei. Nach einiger Rechnerei kommt man zu der Schlussfolgerung, das mit 18 Metern Foyerhöhe das - Innenmaß - gemeint ist. Folgt man den angenommenen Konstruktionsmaßen, ergibt sich für den Sockelbau eine Oberkante auf 20,50 Metern. Denkt man jetzt noch an eine Techniketage und die Raumhöhe von 2,50 Metern, bliebe grob ein Rest von 18 Metern im Innenbereich. Diese "Freiheit" nehme ich mir für die Festlegung, da die Toleranz vertretbar und sämtliche erreichbaren Informationen für diese Vorgehensweise sprechen.

Um den Sockel des Foyers genauer zu gestalten, sollte ein Element aus dem Katalog "umgebaut" werden. Diese Methode eignet sich auch für andere Modellierungsaufgaben.

Modell-Ex- und Import

Im Katalog gibt es unter "Verschiedenes" einen Zylinder. Leider steht dieser vertikal - für den Sockel benötigen wir aber ein horizontales Bauteil. Mit SweetHome 3D kann man dieses Problem aber ohne lange Fahndung recht schnell lösen - diese Arbeitsweise ist auch für komplette Eigenkonstruktionen enorm hilfreich - spätestens dann, wenn es an die Glasscheiben des Foyers und der Turmspitze geht.

Zunächst plaziert man das Zylinderobjekt irgendwo im Plan und lässte es markiert. Danach klickt man mit rechts in die 3D-Ansicht und wählt "ins OBJ-Format exportieren. Jedes exportierte Objekt sollte unbedingt in ein eigens Verzeichnis gespeichert werden. Dazu später mehr.

Anschliessend wird das Objekt mit veränderter Lage im Katalog abgespeichert und einfach wieder ins Modell integriert.

Panelkonstruktion Foyer

Nachdem der Zylinder nun auch als horizontales Modell vorliegt, kann dieser für den Sockel importiert werden. Da ja ein Viertelkreis benötigt wird, muß der Durchmesser allerdings 56 cm betragen. Maße anpassen - fertig? Leider nicht. Modelle können nicht mit negativen Werten in die Konstruktion eingebaut werden. Ein kleiner Trick hilft - es wird ein neues Niveau angelegt und dieses kann eine negative Erhöhung haben. Das ganze also auf -28 cm einstellen, Zylinder hineinkopieren, positionieren - Problem gelöst.

Die Arbeitsdateien können jeweils ebenfalls am Ende des Workshops heruntergeladen werden. Dies sollte den Einstieg und das nachvollziehen der Arbeitsschritte noch ein wenig erleichtern. Grundsätzlich gibt es den ein oder anderen Kniff, der in Kombination in der Regel jedes gewünschte Ergebnis zulässt.

Nachdem die Maße jetzt weitestgehend festgelegt sind insgesamt passen sollten, bleibt noch eine weitere Aufgabe zu lösen - die gerundeten Glasfronten.

Da sich diese Bauteile in der gesamten Struktur wiederholen, wäre es Wahnsinn, diese alle einzeln ind das Modell einzubauen. Und nebenbei enthält der Katalog auch nichts passendes. Ich schätze, der Autor ging nicht davon aus, dass mit einem Raumplaner plötzlich Wolkenkratzer gebastelt werden sollen.

Es gibt jedoch eine hervorragende Möglichkeit, auch dieses Problem mit Bordmitteln zu lösen. An diesem Punkt zahlen sich die genauen Vorarbeiten zum ersten Mal aus - auch wenn man jetzt wieder etwas um die Ecke denken sollte.

Unser Freund wird dann die Exportfunktion aus der 3D-Ansicht in Verbindung mit ein paar weiteren Einstellmöglichkeiten sein. Auf diese Weise lässt sich "Glas" in fast beliebigen Konstruktionsformen selber erzeugen. Dennoch sollte man vorher das Modell nochmals genauer betrachten, um sich dann eine Konstruktionsdatei zu erzeugen, aus der alle nötigen Elemente erzeugt werden können.

Und eventuell den verstaubten Geometrieordner aus der Ecke holen. Die Sache mit den Winkeln kann gebraucht werden.

Vorab stellt sich auch für diese Konstruktionsgruppe die Frage nach der Detailgenauigkeit. Die Methode soll dann später auch für die oberen Geschosse sowie die duchlaufenden Fassadenteilen in den Ecken verwendet werden. Eine gute Strategie ist nun gefragt, damit möglichst viele Teile mit wenig Aufwand erzeugt werden können.

Hierzu am besten nun eine Kopie der Masterdatei verwenden - es wartet wieder Fleißarbeit, denn diesmal muß auch die komplette Säulenkonstruktion exakt eingearbeitet werden.

SweetHome 3D®

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